Aeronauticum - Luftfahrtgeschichte zum Anfassen

Kampfflugzeuge bestaunen, die einst mit Höchstgeschwindigkeiten von über 2.000 km/h durch die Lüfte gejagt sind. Einen »flüsternden Riesen« inspizieren, der über dem Meer patrouillierte und für die Jagd auf feindliche U-Boote gerüstet war. Im ersten deutschen Verkehrsflugzeug der Nachkriegszeit, das unter anderem Helmut Schmidt und Helmut Kohl als »Kanzlermaschine « diente, Platz nehmen. Das Aeronauticum in Nordholz bietet Luftfahrtgeschichte zum Anfassen. Das Luftschiff- und Marinemuseum präsentiert eine einzigartige Auswahl an historischen Exponaten aus der Geschichte der Marineflieger seit 1956 – die muss man gesehen haben.

Ausstellungsgelände Aeronauticum

Ausstellungsgelände (FV Aeronauticum)

Das Aeronauticum existiert bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Anfangs noch als kleine Luftschiffausstellung auf dem Marinefliegerstandort konzipiert, ist das Museum kurz nach seiner Gründung rasant gewachsen. Heute verfügt das Aeronauticum über eine große Museumshalle und ein rund 36.000 Quadratmeter großes Außengelände, auf dem beeindruckende Flugzeuge als Relikte der deutschen Luftfahrtgeschichte besichtigt werden können. Insgesamt 18 Großexponate sind auf dem Außengelände ausgestellt – die Flieger stammen allesamt aus der Zeit ab 1956. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Luftfahrzeuge, sondern um jene, die als See- und Marineflieger der Bundesmarine und der DDR im Einsatz waren. Sie dienten dem Schutz, dem Kampf und dem Transport.

Eines der geschichtsträchtigsten Modelle ist dabei die VFW 614. Sie war das erste Serienverkehrs-Flugzeug, das die Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat. Drei Flugzeuge dieses Typs dienten als Passagierflugzeug für die „Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung“. Diese Aufgabe war es auch, der die VFW 614 den Beinamen »Kanzlermaschine« verdankte. So flogen die Verantwortlichen der Bundesrepublik in jener Maschine 1990 nach Berlin, um den Einigungsvertrag zu unterzeichnen. Heute können die Museumsbesucher in Nordholz auf den Spuren der deutschen Geschichte wandeln, das Flugzeug von innen besichtigen.

Schon allein ob seiner Größe imponiert auch der Seefernaufklärer »Breguet Atlantic«, der wegen seiner verhältnismäßig leisen Motoren als »flüsternder Riese« galt und sich über 40 Jahre lang im Dienst der Marine befand. Das Flugzeug sorgte für Rekorde: 1975 flog eine Breguet Atlantic den längsten Flug, den je eine Bundeswehrmaschine am Stück absolviert hatte – er dauerte 20 Stunden und 20 Minuten, dabei wurden 9.000 Kilometer zurückgelegt. Ebenfalls ein Flugzeug dieses Modells war es, das 1968 die erste Nordpol- Überquerung der Bundeswehr vollzog.

Es sind jedoch nicht nur die originalen Großexponate aus der Luftfahrtgeschichte, für die sich ein Besuch im Aeronauticum lohnt. Auch Technikliebhaber kommen voll auf ihre Kosten, denn das Museum legt einen weiteren Schwerpunkt darauf, die technischen Besonderheiten und Entwicklungen der Luftfahrt darzustellen. Dies geschieht insbesondere in der Dauerausstellung in der Museumshalle, die in die Bereiche »Fliegen leichter als Luft« und »Fliegen schwerer als Luft« aufgeteilt ist. Ersterer befasst sich mit der Geschichte der Luftschiffe, enthält historische Exponate sowie einzigartige Dokumente und Bilder. Der zweite Bereich dokumentiert die Entwicklung der See- und Marineflieger seit 1913 und bietet damit die Möglichkeit der vertiefenden Auseinandersetzung mit den Exponaten, die auf dem Außengelände ausgestellt sind.

Neben den Dauerausstellungen finden im Aeronauticum auch immer wieder Sonderausstellungen für einen begrenzten Zeitraum statt. Noch bis zum 20. Januar 2019 läuft die Ausstellung »Wolf und Wölfchen – ein Hilfskreuzer auf Kaperfahrt«. Darin geht es um die SMS Wolf, einen Hilfskreuzer und Minenleger der deutschen Kaiserlichen Marine, sowie um dessen Bordflugzeug »Wölfchen«. Der Kreuzer ging – getarnt als Frachtschiff – im Ersten Weltkrieg auf Kaperfahrt, um den feindlichen Handel zu schädigen. Er versenkte insgesamt 35 Handelsschiffe sowie zwei Kriegsschiffe und lief nach 451 Tagen mit 467 Gefangenen an Bord unter frenetischem Jubel in Kiel ein. Es sind Ausstellungen wie diese, mit denen das Museum auf die dunklen Kapitel der Geschichte hinweisen und dazu beitragen will, die deutsche Militärgeschichte kritisch zu betrachten.

Aeronauticum
Peter-Strasser-Platz 3, 27639 Wurster Nordseeküste
www.aeronauticum.de

Öffnungszeiten:

1. November bis 14. März
Täglich von 10.30 bis 16.00 Uhr (Heiligabend und Silvester geschlossen)

15. März bis 31. Oktober
Täglich von 10.30 bis 17.30 Uhr, samstags & sonntags: »Open plane« – Besichtigung eines Großexponats im Außengelände (nach Witterung)

Zur Verpflegung ist täglich ab 11.00 Uhr das Museumscafé geöffnet und bietet ein breites Sortiment an Spezialitäten für die ganze Familie. Außerdem lassen sich Führungen buchen, bei denen Experten den Interessierten die Luftfahrtgeschichte näherbringen.

 

 

Veranstaltungskalender

28.10.2001 - 28.10.2019, ganztägig
24.03.2018 - 19.01.2038, ganztägig
19.04.2019 - 11.06.2026, ganztägig
23.09.2019 - 22.11.2019, ganztägig
24.09.2019 - 23.11.2019, ganztägig
24.09.2019, 10:00 Uhr
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