Moor, Marsch und Meer: Mit dem Rad Bremerhaven und das Umland erkunden

Der Sommer ist noch im vollen Gange. Eine ideale Gelegenheit, um sich auf den Sattel zu schwingen und durch die norddeutsche Landschaft zu radeln. Radfahren hält fit und ist gleichzeitig sehr entspannend. Aber es bietet noch einiges mehr, denn auf einer Radtour gibt es viel zu entdecken. Wichtig ist dabei nicht, immer schnell am Zielort anzukommen, sondern vor allem die Reise dahin.

Moor, Marsch und Meer (Foto: Heide Pinkall shutterstock.com)

Moor, Marsch und Meer (Foto: Heide Pinkall shutterstock.com)

Eine Radtour eignet sich hervorragend für einen spontanen Familienausflug. Denn mehr als ein funktionierendes Fahrrad und die Lust nach Bewegung sind nicht nötig. Darüber hinaus sind solche Ausflüge günstig, umweltfreundlich und machen Spaß. Wer mit dem Rad unterwegs ist, ist viel näher an der Natur. Mal kurz stehen bleiben und innehalten, den Blick schweifen lassen und die hervorragende Aussicht genießen, sind ebenso attraktiv, wie am Ende der Tour in einem Gasthaus einzukehren, gut zu essen und die Seele baumeln zu lassen. Auch in freier Natur lohnt sich ein Stopp, um auf Grillplätzen und Wiesen gemeinsam zu picknicken. Das Schöne an einer Radtour ist, dass man sie so gestalten kann, wie man möchte – und das aus dem Augenblick heraus.

Mit dem Fahrrad ist man gemächlich im eigenen Tempo unterwegs. Man kann Pausen einlegen und die zuvor geplante Strecke nach Belieben variieren, damit man keine der malerischen Sehenswürdigkeiten verpasst. Denn zwischen Moor, Marsch und Meer gibt es naturbelassene Landschaften, verträumte Dörfchen und den einen oder anderen tierischen Bewohner zu bestaunen. Besonders das Naturschutzgebiet Luneplate muss in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden. Das seit 2015 unter Schutz gestellte und circa 1.400 Hektar große Gebiet südlich von Bremerhaven ist die Heimat von vielen verschiedenen Vögeln und Pflanzen. Besucher können dieses Biotop über Rundwege und Beobachtungsanlagen erleben, ohne die Fauna und Flora zu stören.

Ein weiterer positiver Aspekt einer Radtour ist, wie sie sich auf die Gesundheit auswirkt. Durch die körperliche Betätigung an der frischen Luft verbrennt man Kalorien und unterstützt die Gelenke, da sie mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, was wiederum Arthrose vorbeugen kann. Zusätzlich werden, anders als beim Jogging, die Gelenke geschont, da sich der Großteil des Körpergewichts auf dem Sattel befindet. Auch Herz und Kreislauf bleiben durch das Radfahren in Schwung und werden gestärkt, was das Herzinfarktsrisiko erheblich verringert.


Folgende Touren wurden bereitgestellt von:
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (Ortsgruppe Bremerhaven)
www.adfc-bremerhaven.de

1. Ganz-Tages-Tour (50 km)

Start: Bremerhaven Geestemünde Weserfähre
Ziel: Bremerhaven Fischereihafen

Streckenverlauf: Bremerhaven Geestemünde – Nordenham Blexen – Nordenham-Kleinensiel – Rodenkirchen – Brake-Golzwarden – Sandstedt – Dedesdorf – Bremerhaven Fischereihafen

Beschreibung: Das erste Highlight ist das Übersetzen von Bremerhaven nach Nordenham Blexen mit der Fähre. Im kleinen Imbiss auf der Fähre kann man sich mit einem Kaffe, einem erfrischenden Getränk oder einer heißen Bockwurst stärken und auch noch einmal die Toiletten nutzen, bevor es so richtig losgeht.

Der Hinweg dieser großen Tagestour verläuft entlang der linken Weserseite von Nordenham bis Brake-Golzwarden.

Unterwegs befahren Sie einen Teil des schönen Elberadweges, sehen das ehemaligen Atomkraftwerk in Esensham, können die wunderschöne Rodenkirchener St.-Matthäus-Kirche in Rodenkirchen besuchen und sich in verschiedenen Restaurants und Gasthäusern in Rodenkirchen stärken. Die führt durch den historischen Ort Golzwarden, der vor allem durch den Orgelbaumeister Arp Schnitger Berühmtheit erlangte.

Wer noch Energie hat, kann Brake einen Besuch abstatten und dabei das Schifffahrtsmuseum und seine Sammlung bestaunen oder im Restaurant einen Happen essen. Von Golzwarden aus geht es dann mit der Fähre über die Weser nach Sandstedt.

Von dort aus geht es nun rechts der Weser den Deich entlang nach Dedesdorf. Am Dedesdorfer Strand kann man es sich dann in der Weserperle gemütlich machen und zu Abend essen. Wer mit einem E-Bike unterwegs ist, hat hier die Möglichkeit, sein Gefährt aufzuladen.

Danach tritt man die Heimfahrt an. Vorbei an der Tegeler Plate, der Luneplate und dem Sturmflutsperrwerk geht es zurück in die Seestadt.

2. Kleine Tour (28 km)

Start und Ziel: Fischereihafen Bremerhaven
Streckenverlauf: (14 km hin, 14 km zurück)
Bremerhaven – Dedesdorf – Bremerhaven

Beschreibung: Los geht es am Schaufenster Fischereihafen in Bremerhaven. Die Strecke verläuft über die Höbelstraße, Dorschstraße, Eisteichstraße, Am Lunedeich, Heringstraße und die Maifischstraße.

Achtung: kurzstreckiges Fahrverbot! Ab der Kühlhausstraße gilt ein Verbot für Fahrzeuge aller Art, allerdings gibt es hier für alle, die bereit sind, ihr Fahrzeug auf den nur 100 Metern Strecke zu schieben, viele interessante Schiffe zu sehen.

Wer durchgehend radeln will, kann nach links auf »Am Lunedeich« abbiegen. Von dort aus geht es immer weiter nach Süden.

Nach der Überquerung Bohmsiel und Seeborg kommt man auf dem Radweg zur Alten Luneschleuse. Das Restaurant ist von Mittwoch bis Sonntag ab 18 Uhr geöffnet – es ist ratsam, zu reservieren (www.alte-luneschleuse.de).

Weiter geht es auf der Deichsheimer Straße und L121 bis zum Grenzweg. Hier müssen Sie rechts einbiegen und dann links auf »Auf der Jührde/Intweg« weiterfahren.

Die Strecke verläuft weiter über die Alte Deichstraße, den Overwarfer Siel und die Tegeler Palte (parallel zur L121).

Angekommen in Dedesdorf können Sie über den Deich zur Weserperle gelangen (siehe oben) und nach einer Stärkung kann den Rückweg antreten.

Alternativ kann man auch über die Luneplate beziehungsweise das Sturmflutsperrwerk zurückfahren.


Tipp: Längs der Wegstrecken gibt es immer wieder schöne Plätze, die sich für eine kleine Rast oder einen selbst mitgenommenes Picknick eignen. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass neben kleinen Sacks auch genügend Wasser mitgenommen wird.

Nehmen Sie eine Landkarte mit, damit Sie und die Kinder ein besseres Gefühl für die Länge des Weges, das Ziel und die bereits zurückgelegte Strecke bekommen.

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