AOK senkt den Zusatzbeitrag

Auf 0,8 Prozent senkt die AOK Bremen/Bremerhaven 2018 den Zusatzbeitrag für ihre Mitglieder, 0,3 Prozentpunkte weniger als bisher. Ein Durchschnittsverdiener mit 3.500 Euro Gehalt zahlt damit nur noch 28 Euro im Monat für den Zusatzbeitrag – gegenüber 38,50 Euro bisher. Er oder sie spart damit pro Jahr etwa 126 Euro. Insgesamt entlastet die größte Krankenkasse im Land Bremen ihre Versicherten im kommenden Jahr um rund 15 Millionen Euro.

AOK senkt den Zusatzbeitrag

AOK senkt den Zusatzbeitrag (Foto: Syda Productions shutterstock.com)

Grundlage dieser Entscheidung des AOK-Verwaltungsrates Ende Oktober ist die gute Haushaltslage der AOK Bremen/Bremerhaven. Die Gesundheitskasse wird 2017 einen deutlichen Überschuss erwirtschaften, nach einem Plus von 34 Millionen Euro im Jahr 2016. Mehr und jüngere Versicherte, mit erheblich geringeren Ausgaben und eine gute Wirtschafts- und Beschäftigungslage – das sind nach Aussagen der beiden Verwaltungsratsvorsitzenden Wolfgang Söller und Annette Düring die Erfolgsfaktoren dieser Entwicklung. „Unser Plus ist auch durch den Zusatzbeitrag zustande gekommen, den die Versicherten allein getragen haben“, sagte Söller. Laut Annette Düring entspricht die Beitragssatzsenkung deshalb auch dem sozialpolitischen Auftrag der AOK: „Indem wir den Zusatzbeitragssatz um 0,3 Prozentpunkte senken, reduzieren wir die finanzielle Belastung für den Einzelnen und stärken gleichzeitig die Kaufkraft aller Bremer und Bremerhavener.“ Beide betonten, dass der Haushalt der Gesundheitskasse mit rund 850 Millionen Euro Gesamtausgaben trotz der Beitragssenkung hanseatisch solide kalkuliert sei.

Es gibt mehrere Faktoren, die das AOK-Ergebnis positiv beeinflusst haben. Einer der herausragenden Gründe ist die Verjüngung der AOK Bremen/Bremerhaven. Das Durchschnittsalter der Versicherten ist innerhalb von fünf Jahren auf rund 42 Jahre gesunken. 2012 lag das Durchschnittsalter noch bei 44,5 Jahren. „Wir haben in jüngster Vergangenheit viele neue, junge Versicherte aufgenommen – neben vielen beschäftigten Arbeitnehmern auch viele Migranten aus den europäischen Staaten, aber auch etliche ehemalige Flüchtlinge aus Krisengebieten“, sagte Vorstandschef Olaf Woggan. Seiner Aussage nach spiegelt sich diese Entwicklung in den Ausgaben der AOK: 2016 sanken die Behandlungskosten im Krankenhaus bei Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzschwäche deutlich, auch ging die Zahl der Krankheitsfälle erkennbar zurück. Gleiches gilt für Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (typisch: Rückenerkrankungen), bei Verletzungen, bei Stoffwechselerkrankungen (typisch: Altersdiabetes) oder schweren Atemwegserkrankungen. Dagegen stiegen die Ausgaben für Schwangerschaft und Geburt erkennbar an. Ein Trend, der mit der steigenden Geburtenrate im Land Bremen übereinstimmt.

Anhand der Arzneimittelausgaben lassen sich ebenfalls gegen den bundesweiten Trend Einsparungen erkennen: Auch hier gingen im vergangenen Jahr die Ausgaben für Herz-Kreislaufmedikamente, für Stoffwechselkrankheiten, für urologische Erkrankungen oder Muskel- und Skelettkrankheiten zum Teil deutlich zurück. Auch dies führte der AOK-Chef auf die jüngere Versichertengemeinschaft zurück. Weil relativ gesehen weniger ältere Menschen behandelt wurden, müssten die Ausgaben hier fast zwangsläufig sinken, sagte er. Gleichzeitig hat die AOK Bremen/Bremerhaven auch viele eigene Anstrengungen unternommen, um sich eine starke finanzielle Basis zu schaffen. So wurde 2015 ein Programm aufgelegt, um Ausgaben besser und effektiver zu steuern, interne Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten und das Potential einer umfassenden Digitalisierung der Arbeitswelt in der AOK zu nutzen. Mit neuen Leistungen im Rahmen des Programms »500 Euro Plus«, zum Beispiel einer zweiten professionellen Zahnreinigung pro Jahr, Impfungen vor Auslandsreisen oder besonderen Leistungen für junge Familien, will die AOK 2018 außerdem viele neue Mitglieder überzeugen und damit die solidarische Krankenversicherung in der Region stärken.

Mit einem Plus von 4,8 Prozent bei der Versichertenzahl liegt die AOK Bremen/Bremerhaven 2017 übrigens deutlich vor anderen großen Krankenkassen. Gerade hat Vorstandschef Olaf Woggan die 250.000 ste Versicherte in der Gesundheitskasse begrüßt. „Wir werden uns auf diesem Erfolg aber nicht ausruhen, sondern weiter in mehr Service, in noch bessere Leistungen und Nähe zu unseren Versicherten investieren“, betonte der Vorstandschef. Unter anderem will die AOK im Jahr 2018 neue Geschäftsstellen in Bremen eröffnen – in der Überseestadt und in Huchting.

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