Fußball, turnen oder reiten?

Es gehört meist wenig Überredung dazu, Kinder zum Sport zu motivieren. Für viele stellt sich spätestens im Grundschulalter die Frage, ob sie einen bestimmten Sport regelmäßig ausüben wollen – vielleicht sogar im Verein. Angebote gibt es unzählige, doch nicht jede Sportart ist für alle Altersstufen geeignet.

Fußball, turnen oder reiten?

Fußball, turnen oder reiten? (Foto: matimix shutterstock.com)

Sport ist eine Art Rundum-Paket für die Entwicklung der Kinder: Er verbessert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern stärkt die soziale Kompetenz – insbesondere bei Mannschaftssportarten. Die kleinen Sportler üben den Umgang mit Gleichaltrigen, sie knüpfen Kontakte, lernen Regeln einzuhalten und auch mal zu verlieren. Und: Sport fördert das Selbstbewusstsein.

Turnen und Schwimmen sind Kindersport-Klassiker
Bereits die Einjährigen trainieren beim Eltern-Kind-Turnen grundlegende motorische Abläufe. Eltern sollten darauf achten, dass die Stunden altersgerecht gestaltet werden. Kleinkinder lieben zum Beispiel Singspiele oder kleine Geschichten, mit denen die Übungen verbunden werden. Klar, dass in dieser frühen Phase immer ein Elternteil dabei sein muss. Das ändert sich jedoch schnell. Ab drei bis vier Jahren gehen die Kleinen allein zum Kinderturnen. Hier steht die Förderung von Grobmotorik, Gleichgewicht, Koordination und Gelenkigkeit im Vordergrund.

Ein weiterer Sport, mit dem Kinder meist früh anfangen, ist das Schwimmen, zumal die Kleinen das Element Wasser lieben. Erste Erfahrungen damit sammeln viele Säuglinge beim Babyschwimmen. Ab 18 Monaten gibt es Angebote, bei denen Kinder spielerisch lernen, sich mit unterschiedlichen Schwimmhilfen durch das Wasser zu bewegen, zu springen und zu tauchen. Auch hier sind die Eltern mit dabei. Ab etwa drei bis vier Jahren können die Kleinen lernen, ohne fremde Hilfe zu schwimmen.

Unterschiedliche Sportarten sind besser als eine frühe Spezialisierung. Wenn Kinder mehrere Sportarten ausüben, entwickeln sie auch vielfältigere Fähigkeiten. Zudem drohen bei einer frühzeitigen Spezialisierung häufiger Verletzungen, weil der Körper einseitig belastet wird.

König Fußball und Reiten – das Glück auf Erden
Fußball ist die Sportart Nummer eins in Deutschland und längst nicht mehr nur bei Jungen beliebt. Kein Mannschaftssport erfreut sich hierzulande so großer Beliebtheit, auch wenn es immer weniger Bolzplätze und Spielstraßen gibt. In Vereinen gibt es häufig Angebote für Kicker ab vier bis fünf Jahren. Neben Teamgeist und Fairplay werden hier Ausdauer sowie Gleichgewicht und Koordination gefördert.

Spielen bis heute mehr Jungen als Mädchen Fußball, so erfreuen sich Pferde traditionell eher bei Mädchen großer Beliebtheit. Reiten ist allerdings in der Regel eine relativ kostspielige Angelegenheit: Gruppenreitstunden gibt es ab etwa zwölf Euro pro Kind, Einzelreitstunden gehen ungefähr bei 20 Euro los. Der Sport eignet sich ab etwa sechs Jahren. Reiten schult das Gleichgewicht und stärkt die Rückenmuskulatur.

Tennis – der weiße Sport
Dank der Erfolge von Steffi Graf und Boris Becker erlebte Tennis in den 1990er-Jahren einen regelrechten Boom in Deutschland. Tennisvereine konnten sich vor Neuanmeldungen kaum retten. Auch wenn der Hype abgeklungen ist, der »weiße Sport« ist weiterhin beliebt und auch für kleine Kinder geeignet. Ab drei bis vier Jahren steht der Nachwuchs auf dem Platz, erste Bambini-Turniere gibt es ab fünf Jahren. Neben dem Ballgefühl steht beim Tennis die Stärkung von Ausdauer und koordinativen Fähigkeiten im Vordergrund.

Klettern und Kampfsport
Dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern sehr nahe kommt auch das Klettern, das sich ebenfalls großer Beliebtheit bei den jungen Sportlern erfreut. Klettern fördert Kraft, Kondition, Konzentration und Geschicklichkeit. Außerdem stärkt es das Selbstvertrauen. Erste Kurse werden ab etwa vier Jahren angeboten. Ähnliche Fähigkeiten trainieren auch traditionelle asiatische Kampfkünste wie Karate, Judo und Taekwondo. Hier steht der Respekt vor anderen im Fokus. Gerade Judo setzen Schulen und Vereine auch immer öfter als Programm zur Gewaltprävention ein. Los geht’s ab etwa vier bis fünf Jahren.


Kindersport: drei goldene Regeln

Mitentscheiden: Kinder sollten mitentscheiden dürfen, welche Sportart sie ausüben möchten.
Trotz Ehrgeiz: Der Spaß steht im Vordergrund. Sonst verliert Ihr Kind schnell die Motivation.
Nicht vergleichen: Sondern die Fortschritte an den eigenen Leistungen des Kindes messen.

Welchen Sport können Kinder ab welchem Alter treiben?

Tischtennis: Tischtennis eignet sich für Grundschulkinder ab sieben Jahren. Die aus England stammende Sportart trainiert Koordination und Konzentration.

Skifahren: Ab knapp vier Jahren können Kinder Ski fahren. Der Pistensport trainiert Koordination sowie Kraft und fördert den Gleichgewichtssinn.

Tennis: Kinder können ab einem Alter von fünf Jahren den Schläger schwingen. Der weiße Sport mit der gelben Filzkugel trainiert Koordination und Konzentration.

Handball: Mit sieben Jahren trainieren Mädchen und Jungen Handball. Das Ergebnis: Ausdauer, Schnelligkeit und Konzentration verbessern sich.

Eislaufen: Zwischen vier und fünf Jahren beginnen Kinder mit dem Eislauftraining. Sie verbessern so Gleichgewicht, Körperkoordination und Kraft.

Basketball: Ab sieben Jahren können Kinder im Verein auf Korbjagd gehen. Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination profitieren davon.

Tanzen und Ballett: Ab vier Jahren gehen Kinder in die Tanz- oder Ballettschule. Sie verbessern durch das Training Rhythmusgefühl, Gleichgewichtssinn und Gelenkigkeit.


VERGÜNSTIGUNGEN MIT DER AOK

Versicherte der AOK Bremen/Bremerhaven erhalten in zahlreichen Sportvereinen Vergünstigungen, z.B. bei Olympischer Sport-Club Bremerhaven, Werder Bremen (Die Windel-Liga) oder Bremen 1860. Weitere Infos unter www.aok.de/bremen.

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