Schwanger & Medikamente – Tabletten und andere Arzneimittel nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen

Migräne, Heuschnupfen, Magen-Darm-Grippe – während der Schwangerschaft krank zu werden, stürzt werdende Mütter oft in Gewissenskonflikte. Denn fast alle Medikamente erreichen auch das ungeborene Kind und können unter Umständen dessen Entwicklung beeinträchtigen. Wenn möglich, sollten Schwangere daher keine Arzneimittel nehmen, auch keine rezeptfreien. Was aber tun, wenn die Schmerzen groß sind oder es sich um eine chronische Erkrankung handelt? In diesem Fall sollte mit der Ärztin oder dem Arzt sorgfältig besprochen werden, ob der Wirkstoff ein Risiko für das Kind bedeutet und es vielleicht besser verträgliche Medikamente gibt.

SchwangerMedizin (zffoto shutterstock.com)

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Kritisch sind die ersten zwölf Wochen
„Zu Beginn der Schwangerschaft sollten werdende Mütter genau prüfen, welche Medikamente sie einnehmen, auch rezeptfreie. Und welche davon unbedingt nötig sind oder ob die Einnahme mit Ärztin oder Arzt abgesprochen ist“, erklärt Tobias Lindner, Apotheker bei der AOK. Besonders kritisch sind die ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft. In diesem Zeitraum bilden sich die Organe des Embryos aus. Einige Medikamente können in dieser Phase Fehlbildungen auslösen.

Gängige Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS, zum Beispiel als Aspirin) oder Ibuprofen führen vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel zu Komplikationen. So kann Aspirin eine wichtige Gefäßverbindung des kindlichen Blutkreislaufs zu früh verschließen, Benzodiazepine (Beruhigungsmittel, Schlafmittel) können beispielsweise zu Komplikationen wie geschwächten Muskeln des Kindes führen.

Achtung bei Alkohol in Medikamenten
Vorsicht ist auch bei pflanzlichen Medikamenten geboten: Viele pflanzliche und homöopathische Arzneimittel enthalten Alkohol, was in der Schwangerschaft ebenfalls schädlich ist. Das Risiko ist besonders groß, wenn ein solches Präparat regelmäßig eingenommen wird und so immer wieder Alkohol in den Körper gelangt.

Dabei können bei leichten Beschwerden wie einer Erkältung zunächst erst einmal natürliche Hausmittel ausprobiert werden: Bei Kopfweh kann Entspannung helfen, spazieren gehen oder sich hinlegen, bei Verdauungsproblemen vielleicht eine Ernährungsumstellung und gegen eine verstopfte Nase eine Nasendusche mit Salzwasser. Bei Sodbrennen hilft beispielsweise, säurehaltige Speisen oder Getränke zu vermeiden, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen und mit erhöhtem Oberkörper
zu schlafen, sodass der Magensaft nicht in die Speiseröhre laufen kann. Gegen Übelkeit kann Melissentee helfen und auch Ingwertee ist ein bewährtes Hausmittel.

Abklärung vor der Schwangerschaft Geht es nicht ohne Medikament, sollten Schwangere immer vorher mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen. Anders bei chronisch kranken Frauen, die zum Beispiel an Asthma, Bluthochdruck, Diabetes oder Epilepsie leiden: Ein Therapieverzicht kann bei ihnen zu einer dramatischen Verschlechterung der eigenen Grunderkrankung führen und damit zu einer erheblichen Gefährdung des ungeborenen Kindes. Diese Frauen sollten schon vor einer Schwangerschaft mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, welche Medikamente für die Dauer der Schwangerschaft geeignet sind. Das gilt auch für Frauen mit psychischen Erkrankungen. Antidepressiva müssen nicht sofort abgesetzt werden, eine notwendige Therapie kann auch in der Schwangerschaft weitergeführt werden (www.embryotox.de/erkrankungen/details/depressive-krankheitsbilder). „Für die Gesundheit des Kindes ist es wichtig, dass es auch der Mutter gut geht“, so Lindner.

Wirkung von Medikamenten auf Ungeborene oft unbekannt
Medikamentenstudien mit Schwangeren sind aus ethischen Gründen nur in seltenen Fällen möglich. Deshalb ist für viele Medikamente – darunter auch häufig verwendete Mittel – nicht genau bekannt, wie sie auf Ungeborene wirken. Oft kann ihre Wirkung nur durch langjährige Erfahrungen in der Praxis eingeschätzt werden. Aus diesem Grund gibt es im Internet Informationsportale, bei denen sich Schwangere und auch Ärztinnen und Ärzte über die Wirkung von Medikamenten informieren können.

Eine Website der Charité-Universitätsmedizin Berlin beispielsweise informiert unter www.embryotox.de über die Verträglichkeit von Medikamenten während Schwangerschaft und Stillzeit. Das von der AOK unterstützte Portal Embryotox hat kostenlose Informationen zu mehr als 400 wichtigen Medikamenten: von Acetylsalicylsäure bis Zopiclon.

Weitere Informationen

AOK-Informationen rund um Schwangerschaft und Geburt:
www.aok.de/schwanger

Embryotox-Portal der Charité: www.embryotox.de

Portal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
www.familienplanung.de/schwangerschaft/das-baby-vor-gefahren-schuetzen/medikamente

Veranstaltungskalender

24.03.2018 - 19.01.2038, ganztägig
04.08.2018 - 04.06.2019, ganztägig
19.04.2019 - 11.06.2026, ganztägig
26.05.2019, 11:00 Uhr
27.05.2019 - 26.07.2019, ganztägig
28.05.2019 - 27.07.2019, ganztägig
29.05.2019 - 28.07.2019, ganztägig
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