Zukunftsmusiker

„Musik macht Kinder schlau“, sagt der Volksmund – und damit hat er Recht. Aber das ist nur einer der großartigen Nebeneffekte des Musizierens. Musik macht den Kindern in erster Linie Spaß und bereichert ihr Leben. Außerdem stärkt sie die sozialen Kompetenzen und regt zum interkulturellen Austausch an. Deshalb gibt es auch in Bremerhaven und Umgebung zahlreiche Angebote zur Musikalischen Früherziehung.

Zukunftsmusiker

Zukunftsmusiker (Foto: Fh Photo shutterstock.com)

Den „Mozart-Effekt“ gibt es nicht. Auch wenn man sich schnell mit der Vorstellung anfreunden könnte, dass das bloße Anhören seiner klassischen Musik uns klüger machen würde. Der Mythos geht auf einen Artikel der US-amerikanischen Psychologin Frances H. Rauscher zurück, die 1993 über eine leistungssteigernde Wirkung der Mozart-Werke berichtet hatte. Die These hatte einige Anhänger, die sich diesen Effekt auch für ihre Kinder erhofften. Mittlerweile wurde sie bereits widerlegt; ganz so einfach ist es dann doch nicht. Aber das heißt nicht, dass Musik nicht zur Verbesserung der geistigen und sozialen Entwicklung beitragen kann – im Gegenteil: Kinder, die schon früh mit Musik in Berührung kommen, profitieren stark davon.

Die positiven Effekte wurden durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. Vor rund zehn Jahren wurde erstmalig bewiesen, dass sich Musik sogar auf die Gehirnentwicklung auswirkt. Wissenschaftler der McMaster Universität aus dem kanadischen Hamilton haben die Wirkungen in einer Studie herausgestellt. Dazu wurden Kinder in zwei Gruppen unterteilt: Die eine Gruppe erhielt außerhalb der Schulzeit privaten Musikunterricht, die andere nicht.

Schon nach vier Monaten stellten die Forscher unterschiedliche Entwicklungen im Gehirn der Vier- bis Sechsjährigen fest. Die Kinder wurden dazu an Geräte zur Messung der magnetischen Aktivität des Gehirns (Magnetoenzephalographie) angeschlossen. Bei den musikalisch unterrichteten Kindern verlief die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen schneller als bei den anderen. Bei ihnen registrierten die Wissenschaftler in anschließenden Tests gesteigerte Gedächtnisleistungen sowie bessere Merkfähigkeiten. Die unterrichteten Kinder waren nach einem Jahr besser im Lesen und Schreiben, in Mathematik und im räumlichen Denken.

Im Fokus steht nicht die Förderung der Intelligenz

Musikalische Früherziehung (MFE) wird nahezu an jeder Musikschule für Vier- bis Sechsjährige und teils auch für Jüngere angeboten. Dabei werden die Kinder im Singen, Tanzen, Hören und Spielen unterrichtet und lernen ohne Druck die Musik kennen. „Im Fokus steht natürlich nicht, dass die Kinder durch die Musikalische Früherziehung intelligenter werden sollen. Wir wollen ihnen schlichtweg einen Zugang zur Musik ermöglichen. Wenn es ihnen Spaß macht, nimmt die Musik vielleicht auch im weiteren Leben einen wichtigen Platz ein“, erläutert Claudia Wanner vom Verband deutscher Musikschulen. Der Verband fordert, dass die Musik in den Lehrplänen wieder einen höheren Stellenwert bekommt, anstatt Stundenkürzungen zum Opfer zu fallen.

Die öffentlichen Musikschulen kooperieren bereits vielfach mit Kindertagesstätten und Schulen, indem ausgebildete Musikpädagogen vor Ort mit den Kindern singen und musizieren. „In der Musikalischen Früherziehung stehen die Freude am gemeinsamen Musizieren, am musikalischen Ausdrucksvermögen und an verschiedenen Arten von Musik im Vordergrund. Schwerpunkte sind dabei Singen, Musizieren auf Orff-Instrumenten, Tanzen und Bewegung“, so Wanner. Zusätzlich seien die wertvollen Nebeneffekte ein weiteres Argument für das aktive Musizieren: Beispielsweise zeige das Erlernen eines Instrumentes, wie wichtig Kontinuität ist und dass man durch Üben viel erreichen kann.

Der Gruppenunterricht in der Musikalischen Früherziehung hat klare Vorteile gegenüber dem Einzelunterricht. In Gruppen erlernen die Kinder schon früh Sozialkompetenzen und setzen sich mit ihren Mitmenschen auseinander – da spielen Geschlecht, Nationalität und Religion keine Rolle. „Musik ist eine internationale Sprache“, sagt Wanner. Das Singen dient außerdem der Sprachförderung. Kinder lernen spielerisch neue Wörter und ihre korrekte Aussprache kennen. Wichtig bei alldem ist die Teilnahme auf freiwilliger Basis. Eltern können ihren Kindern Anreize geben, ein Zwang zum Unterricht verfehlt aber seine Wirkung. Musik soll und muss den Kindern Spaß machen.

Im Förderprogramm des Bundesbildungsministeriums „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ ist Musik ein wichtiger Bestandteil. Musikschulen können sich gemeinsam mit weiteren Partnern mit eigenen Projekten für benachteiligte Kinder und Jugendliche bewerben und dafür Fördermittel erhalten. Auch im Engagement für Geflüchtete stellt Musik einen hilfreichen Ansatz dar, bei dem interkultureller Austausch mit Sprachförderung verbunden wird. Und wer weiß, vielleicht verbirgt sich unter den Kleinen ja auch ein neuer Mozart.


Angebote für die Musikalische Früherziehung in Bremerhaven und im Umland

Jugendmusikschule Bremerhaven
Grazer Str. 61, 27568 Bremerhaven
Tel.: 0471-590 23 37

Musikschule Beck
Brinkmannstraße 19, 27580 Bremerhaven
Tel.: 0471-80 18 48

Yamaha Music School Bremerhaven
Georgstraße 50-52, 27570 Bremerhaven
Tel.: 0471-926 91 94

Integrative Kunst- und Musikschule Bremerhaven
Striegauer Str. 3A, 27576 Bremerhaven
Tel.: 0471-958 67 34

Musikschule Schiffdorf
Ostdeutsche Str. 3, 27619 Schiffdorf
Tel.: 04706-319

Musikschule Loxstedt
Am Wedenberg 10, 27612 Loxstedt
Tel.: 04744-48 53

Musikschule Geestland
Ziegeleistraße 16
27607 Geestland
Tel.: 04743-60 99

Musikschule Beverstedt-Hagen
Amtspl. 3, 27628 Hagen, Tel. 04746/8758
Schulstraße 2, 27616 Beverstedt
Tel.: 04747-181 39

Musikschule Bederkesa e.V.
Friedhofsweg 1, 27624 Bad Bederkesa
Tel.: 04745-50 55

Musikschule Lunestedt
Hauptacker 2, 27616 Lunestedt
Tel.: 04748-93 12 28

Musikschule Heinlein
Auf dem Grat 17, 27616 Beverstedt
Tel.: 04747-14 16

Musikschule Cuxhaven
Grodener Chaussee 11, 27472 Cuxhaven
Tel.: 04721-666 868

Musikschule Benger
Scharnstedter Weg 53
27637 Wurster Nordseeküste
Tel.: 04741-90 18 29

Musikschule Wesermarsch
Bürgermeister-Müller-Str. 35, 26919 Brake
Tel.: 04401-707 61 90

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