MINT machen!

Gerade in den naturwissenschaftlichen und technischen Schulfächern tun sich Kinder häufig schwer. Wenn Inhalte zu theoretisch, zu abstrakt oder zu kompliziert werden, verlieren sie schnell das Interesse daran. Um diesem Trend entgegenzuwirken, startete die Stiftung »Haus der kleinen Forscher« eine »MINT-Offensive«. Das Ziel: Kinder sollen nicht nur theoretisch lernen, sondern sich anhand von Experimenten Wissen aneignen – und das möglichst schon von klein auf. Die Vorteile des praktischen Lernens: Es macht den Kindern Spaß und die Inhalte bleiben im Kopf.

MINT machen!

MINT machen! (Foto: Becris shutterstock.com)

Die ungenügende Vorbereitung und die pädagogische Präsentation der sogenannten »MINT-Fächer« (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) – im englischen »STEM« genannt (Science, Technology, Engineering, Mathematics) – sind häufig schuld daran, dass die eine oder andere Schullaufbahn ins Stocken gerät oder eine Extrarunde fällig wird. Bei vielen Schülern stoßen sie prinzipiell auf Ablehnung. Dies stellt nicht nur die Kinder selbst während ihrer Schulzeit vor Probleme, sondern wirkt sich auf die gesamte Bildungspolitik und den Arbeitsmarkt aus. In den MINT-Fächern herrscht seit Jahren chronischer Lehrermangel. Die Situation könnte sich in naher Zukunft verschärfen: Nach Berechnungen der Bertelsmann-Stiftung wird es bis zum Jahr 2025 einen Schülerboom geben.

Der Mangel erstreckt sich über den gesamten Arbeitsmarkt. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft bestand Ende September allein in Deutschland eine MINT-Arbeitskräftelücke von 290.900 unbesetzten Stellen. In der mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Bildung gibt es hierzulande also deutlich Luft nach oben. Deshalb ergreifen viele Bildungseinrichtungen jetzt die Initiative und führen bereits mit kleinen Kindern Projekte durch, die bei ihnen das Interesse an den MINT-Fächern wecken.

Experimente für alle Altersklassen

Im Rahmen von MINT-Projekten werden für verschiedene Altersklassen interessante Experimente in einem pädagogischen Konzept aufbereitet. Die Kinder werden von den Pädagogen so vorbereitet, dass sie die Experimente eigenhändig durchführen können. Die Experimente sollen dabei für die Kinder nicht nur lehrreich sein, sondern vor allem das vertiefende Interesse wecken und einen »Wow-Effekt« auslösen – und das am besten schon bei den Kleinsten.

Aus diesem Grund engagiert sich die gemeinnützige Stiftung »Haus der kleinen Forscher« bundesweit für eine gute frühe Bildung in den MINT-Fächern und macht sich für attraktive Lerninhalte stark. Sie unterstützt Institutionen dabei, Kita- und Grundschulkindern eine alltägliche Begegnung mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu ermöglichen. Auf der Homepage www.haus-der-kleinen-forscher.de finden sich neben Fortbildungsangeboten für Pädagogen auch zahlreiche Praxisanregungen zu verschiedenen Themengebieten. Sie eignen sich nicht nur für die Schule oder den Kindergarten, sondern können mit der richtigen Anleitung auch zu Hause durchgeführt werden.


GRUPPEN-EXPERIMENT: Technik – Kräfte und Wirkungen
Eigenes Katapult bauen


Materialien
Gabeln, Holzklötze, feste Lineale, Bleistifte, Holzspatel, halbe Wäscheklammern, Teelöffel, Stiftkappen, gerolltes Papier, Radiergummis, Gummibänder, Flaschenverschlüsse, Kronkorken, Klebeband, Knete, geknüllte Aluminiumfolie, Pompons, Styroporkugeln

Wenn für ein konkretes Problem eine geeignete Lösung erst noch entwickelt werden muss, erfordert das eine Konstruktion. Dabei kann vorhandene Technik kreativ genutzt oder neue Technik erschaffen werden – technisches Schöpfertum und Kreativität stehen hier im Vordergrund. In diesem Beispiel sollen die Kinder ein Spiel entwickeln, bei dem kleine Kugeln mit Katapulten in ein Ziel geschossen werden.

1. Bedarf klären
Fordern Sie die Kinder auf, ein Geschicklichkeitsspiel mit Katapulten zu entwickeln. Einigen Sie sich zunächst gemeinsam auf die Regeln für das Spiel.

Mögliche Spielregeln
+ Als Flugobjekte werden Tischtennisbälle verwendet.
+ Die Spielfläche ist ein großer Kreis, in dessen Mitte mehrere Eimer und Schüsseln stehen; darin sollen die Bälle landen.
+ Die Gefäße haben unterschiedliche Punktzahlen, z. B. 100 für das in der Mitte, 50 für die mittleren und zehn für die äußeren.
+ Geschossen wird vom Rand des Kreises aus, z. B. im Stehen oder im Sitzen.

Diskutieren Sie nun mit den Kindern, welche Anforderungen sich daraus für die Katapulte ergeben. Sie müssen z. B. groß genug für Tischtennisbälle sein und außerdem eine bestimmte Flugweite und -höhe erreichen, die von der Größe des Spielfelds und der Form der Eimer und Schüsseln abhängen.

2. Ideen sammeln
Es werden Ideen für mögliche Bauarten von Katapulten gesammelt. Die Kinder können z. B. ein fertiges Katapult untersuchen und ausprobieren. Legen Sie die entsprechenden Bücher, Bilder und Modelle aus, damit die Katapult- Varianten immer wieder angesehen werden können.

3. Modelle bauen
Die Kinder bauen nun ihre Modelle. Hierfür sollten Sie reichlich Zeit einplanen, da sie viel ausprobieren und immer wieder Änderungen vornehmen müssen.

4. Test und Bewertung
Im nächsten Schritt stellen die Mädchen und Jungen ihre Katapult-Modelle vor und überprüfen, ob sie die nötigen Anforderungen für das Spiel erfüllen. Fordern Sie die Kinder auf, zu berichten, welche Bauteile sie verwendet haben, wie sie auf die Idee gekommen sind, das Katapult auf diese Art zu bauen, worin die größten Schwierigkeiten bestanden und wie sie sie gelöst haben. Selbstverständlich werden die Modelle nun getestet und das Spiel ausprobiert!

5. Dokumentation
Zum Schluss werden das Ergebnis und der Konstruktionsprozess dokumentiert, z. B. in Form eines großen Posters. Die Mädchen und Jungen können dazu beispielsweise die Katapulte und ihre Einzelteile abzeichnen oder abfotografieren. Bei besonders kniffligen Lösungen können die Kinder mit einem roten Stift Markierungen und Anmerkungen anbringen oder die einzelnen Konstruktionsschritte mit Nummern versehen.

www.komm-mach-mint.de
www.haus-der-kleinen-forscher.de
www.mint-zentrum.de
www.mintzukunftschaffen.de

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