Weißt du eigentlich...

… wie eine Kläranlage funktioniert?

Kläranlage

Kläranlage (Foto: Jonutis shutterstock.com)

Schmutziges Wasser aus der Toilette, der Waschmaschine, der Badewanne oder der Dusche nennt man Abwasser. Pro Tag und Person fallen in Deutschland mehr als 100 Liter Abwasser an! Es wird durch Abwasserleitungen aus dem Haus in die Kanalisation geführt. Nicht nur Haushalte erzeugen Abwasser, sondern auch Gewerbebetriebe. Man unterscheidet deshalb Industrie- und Haushaltsabwässer. Das Abwasser enthält eine Reihe von Stoffen, die nicht in Gewässer wie Flüsse oder Seen gelangen dürfen.

Um das Abwasser aufzubereiten und zu reinigen, müssen die Inhaltsstoffe entfernt und vom Wasser getrennt werden. Dazu gibt es Kläranlagen, die mit mechanischen, biologischen und chemischen Verfahren arbeiten.

MECHANISCHE REINIGUNG Das Abwasser wird durch einen »Rechen« bzw. Sieb geleitet und die groben Inhaltsstoffe und Verschmutzungen werden bei dieser mechanischen Vorreinigung entfernt. Ein »Sandfang« entfernt mineralische Verunreinigungen wie Sand und Steine, welche sich hier absetzen, da sie schwerer sind als Wasser. Im Vorklärbecken werden feine organische Stoffe des Abwassers durch »Sedimentation« (Ablagern von Teilchen durch die Schwerkraft) entfernt.

BIOLOGISCHE REINIGUNG Bakterien und andere Mikroorganismen können mittels Sauerstoff organische Stoffe abbauen. Dies geschieht im »Belebungsbecken«, wo ständig durch Belüften neuer Sauerstoff zugeführt wird. Im »Nachklärbecken « wird der entstandene Schlamm durch Absetzen vom Abwasser getrennt. Dieser Schlamm muss nun entfernt und weiter behandelt werden. Er wird eingedickt und in einen Faulturm gepumpt, in welchem durch Bakterien ein weiterer Abbau unter Sauerstoffabschluss stattfindet. Dabei entsteht übrigens brennbares Methangas.

CHEMISCHE REINIGUNG Durch chemische Reaktionen können Phosphor (Phosphorfällung), Schwermetalle und Salze können entfernt werden. Der verbleibende, nicht weiter abbaubare Klärschlamm kann in der Landwirtschaft als organischer Dünger verwendet werden oder muss einer Verbrennungsanlage (Müll, Kraftwerk) zugeführt werden. Die entstehenden Mengen an organischen Stoffen sind beachtlich! So fallen allein in Hamburg jährlich über 100.000 Tonnen organische Reststoffe an.

Moderne Kläranlagen sind so gebaut, dass die geruchsintensiven Anlagenteile eingehaust sind und deren Abluft behandelt wird. So vermeidet man eine Geruchsbelästigung in der Umgebung.


EXPERIMENT: BAU DEINE EIGENE KLÄRANLAGE

Das Prinzip der mechanischen Reinigung könnt Ihr selber ausprobieren. Besorgt Euch gemeinsam mit Euren Eltern alle Materialien und legt los:
Piekst mit dem Nagel kleine Löcher in den Boden jedes Plastikbechers, damit das Wasser ablaufen kann. Damit die Becher gestapelt werden können und nicht ineinanderrutschen, werden sie mit zwei Schaschlikspießen in mittlerer Höhe einmal waagerecht durchbohrt.

Dann werden die Becher gefüllt und aufeinander gestapelt. Dabei ist die Füll-Reihenfolge wichtig:
1. Zu unterst kommt das Glas. Es gibt dem Turm Stabilität und fängt das gereinigte Wasser auf.
2. Legt den Kaffeefilter in den darauf gestapelten Becher.
3. Nun folgt der feine Sand,
4. dann der grobe Sand.
5. Die gewaschenen Kieselsteine kommen in den obersten Becher.

Stellt aus Schlamm, Sand und Wasser, kleinen Steinchen oder Blättern Schmutzwasser her und gießt dieses in den obersten Becher.

Das Wasser, das in der untersten Etage ankommt, ist um einiges sauberer. Trinken sollte man es zwar nicht, aber Blumen gießen kann man damit allemal.

MATERIAL
4 Plastikbecher
Schaschlikspieße
Nagel
Kieselsteine
grober Sand
feiner Sand
Kaffeefilter
Trinkglas oder Einmachglas
Schmutzwasser

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